Was ist Gesundheit?

Gesundheit ist nicht Abwesenheit von Krankheit, sondern ein Prozess, in dem es um das Ziel eines "vollständigen physischen, geistigen und sozialen Wohlbefindens (Weltgesundheitsorganisation, WHO)" geht.

Wie weit wir dieses Ziel erreichen, dafür ist entscheidend unsere soziale und gesellschaftliche Umgebung , die Arbeitsumgebung und nicht zuletzt wir selbst.

Gesundheit ist also nicht etwas, das man "von Natur aus" hat oder nicht hat, sondern wir (können) in beträchtlichem Maße gestalten, wie wir mit uns umgehen.

Gesundheit ist daher kein Zustand - es ist ein Prozess des möglichst bewussten Umgehens mit allen unseren körperlichen, seelischen und sozialen Ressourcen. Einen gesundheitsorientierten Lebenstil zu pflegen bedeutet also, beständig wach mit sich selbst und seiner Umgebung umzugehen und dort Veränderungen vorzunehmen, wo das Wohlbefinden weiter entwickelt und nicht Gesundheitsförderliches eingeschränkt oder vermieden werden kann.

Salutogenese

Wenn man Gesundheit als möglichst uneingeschränktes Wohlbefinden versteht - dann befinden wir uns auf einem Kontinuum mit den Extremen Gesundheit und Krankheit.

Wir sind immer "ein bißchen krank" und wir sind immer mehr oder weniger gesund.

Alles, was auf uns einwirkt, wirkt sich auf diese Balance zwischen Gesundheit und Krankheit aus. Unser Körper wie unsere Psyche sind beständig damit beschäftigt, ein relatives Gleichgewicht - Homöostase - herzustellen.

Daraus ergibt sich: Je weniger unsere Ressourcen ausreichen, beständig ein Gleichgewicht in diesem Sinne herzustellen, umso "kränker" sind bzw. werden wir.

Salutogenese im Unterschied zu Pathogenese richtet den Fokus auf das, woraus Gesundheit entsteht, Pathogenese auf das, woraus Krankheit entsteht. Salutogenese fragt nach Ressourcen, Pathogenese nach Defiziten. Pathogenese sucht nach Fehlern und Möglichkeiten ihrer Beseitigung, Salutogenese nach Entfaltungsmöglichkeiten. Die Frage lautet nicht "Warum wird ein Mensch krank" sondern "Warum bleibt ein Mensch gesund".

Antonovsky hat die gesundheitserhaltenden und -schaffenden Ressourcen zu einem Gebilde verdichtet, dass er Kohärenzgefühl nennt. Dieses Konstrukt beschreibt, in welchem Maße ein Mensch darauf verläßlich vertraut,

  • dass er das, was auf ihn einwirkt als strukturiert, vorhersehbar und erklärbar empfindet,
  • dass er das sichere Gefühl hat, über die notwendigen Ressourcen zu verfügen, die er benötigt, um mit diesen Anforderungen konstruktiv umzugehen und
  • dass diese Anforderungen für ihn Herausforderungen darstellen, für die es sich lohnt, sich anzustrengen und zu engagieren.